Mittwoch, 31. Dezember 2014

Das vergangene Jahr

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende. Ein Jahr mit vielen Ereignissen. Einem Hund mit kleineren Hautproblemen, Rekordhitze in Finnland und so vielen anderen Dingen, ganz persönlichen und auch globalen Dingen, wie den 25. Jahrestag des Mauerfalls.

Weihnachten war ruhig und typisch finnisch, mit Schinken, Kartoffel-, Gelbe Rüben- und Mohrrübenauflauf, Leberpastete und Lachs in vielen Variationen. Lecker! Einen neuen Kiulu (Saunaeimer) gab es auch noch.

Wettertechnisch war es einfach nur traumhaft, am 23. Dezember fing es an zu schneien, so daß pünktlich zu Weihnachten 10 cm Schnee lagen. Gefolgt von 3 Tagen Frost mit zweistelligen Minusgraden. Mittlerweile sind wieder Plusgrade und es ist überall matschig und rutschig.

Am 26. Dezember hat es dann noch einen kleinen Bonus gegeben, mit ein paar schwachen Nordlichtern, leider sind die Photos nicht so gut geworden.

Ansonsten hab ich in der Weihnachtszeit viel gebacken, Kekse und Zimtsterne auch Kuchen. Auf dem Weihnachtsmarkt in Rauma hab ich dann einen Kalakukko gekauft und ihn als lecker befunden. Außerdem hab ich einiges an Dekoration aus dem Erzgebirge importiert.

Leider haben meine Nachbarn beschlossen, sich ein eigenes Haus zu kaufen, damit bin ich hier nun allein. Es waren tolle Nachbarn, aber glücklicherweise wohnen sie nur 10 Minuten weg.

Nachfolgend ein paar Bilder der letzten Tage.

Grüße aus dem Norden.








Sonntag, 9. November 2014

25 Jahre Mauerfall

Hallo zusammen,

ich war 7 Jahre alt und in der ersten Klasse als in Berlin die Mauer auf Grund des besten Mißverständnisses der Geschichte fiel. Auch in jungen Jahren war mir die Teilung Deutschlands klar auch wenn ich sie nicht verstanden habe. Für mich sah das geteilte Berlin auf Karten von ARD, ZDF und SFB immer wie ein Gugelhupf aus -  Kindliche Naivität. Auch klingen Worte des SFB Abendschau Sprechers Hans Werner Kock in den Ohren: "Macht's gut, Nachbarn". Einige Zeit nach dem Mauerfall sind wir in den Westen Berlins gefahren und haben dort mein erstes Matchbox Auto, einen kleinen gelben Geländewagen bekommen. Mein Vater hat dann die Stadtführung gemacht, weil er den Ku'damm noch aus der Zeit vor der Teilung kannte. Verstanden habe ich das alles viel später durch Geschichts- und Politikunterricht und auch durch Reportagen etc.. Verstanden habe ich vorallem, daß ich durch das Wohnen in Berlin-Ost schon das glück einer gewissen Priviligiertheit hatte, zudem mit Eltern die in Firmen gearbeitet haben, die aufgrund der international vermarktbaren Produkte harte Devisen erwirtschaftet haben. Dadurch gab es dort in Fabrikverkäufen auch etwas einfacher Südfrüchte. Zumindestens in der Erinnerung waren diese Apfelsinen doch deutlich geschmacksintensiver, als die ganzjährig geernteten Früchte von heute. Kann allerdings auch nur Einbildung sein.

Ich bin sehr dankbar für die gewonnene Freiheit. Ich weiß, daß ich in der DDR meinen Weg vom Abitur über das Studium der Kerntechnik, der Ausbildung zum Schichteiter KKW bis zum Weg nach Finnland niemals hätte gehen können. Ich denke, daß ichdurch meine doch zum Teil sehr kritischen Gedanken, die ich selbst für heutige Verhältnisse manchmal viel zu offen äußere relativ schnell Probleme bekommen hätte.

Danke an alle, die den Mut hatten, Druck auszuüben und den Wendeprozeß in Gang zu bringen.


Dienstag, 4. November 2014

Datenschutz auf finnisch

Hallo zusammen,

es ist November, damit darf man die Spike-Reifen auf die Autos machen, die Straßenmeistereien hängen zumindestens hier im Süden die Geschwindigkeitsbeschränkungen (80 statt 100 und 100 statt 120) auf und das Finanzamt veröffentlicht eine Liste derer, die all jene listet, die 100.000 Euro und mehr verdienen. Jene Liste wird dann in der Zeitung veröffentlicht. Klick hier!

Nun würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren. Ich fand es natürlich am Anfang etwas komisch, weil in Deutschland ist ja alles geheim: was man verdient, welche Krankheiten man hat, wo man wohnt, was das Auto für Zündkerzen braucht. Mittlerweile stört es mich nicht mehr.

Was den Datenschutz betrifft, ist hier vieles einfacher. Wenn man den Halter eines Fahrzeugs ermitteln will, dann schickt man eine SMS mit der Autonummer an die Auskunft und bekommt, zumindestens mal den Namen und die Telefonnummer zurück. Mit der Autonummer lann man auch beim Teilehändler sein Auto identifizieren, anstatt die Fahrgestellnummer herauszufischen.

Sonst ist alles wie immer.

Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Sonntag, 14. September 2014

Syksy Hankkilassa

Es wird Herbst in Hankkila.  Es ist noch warm genug, um im T-Shirt spazieren zu gehen und auch die Sonne hat noch einen wolkenfreien Himmel, aber die Bäume bereiten sich auf den Winter vor.

Mittwoch, 10. September 2014

Mehr als zwei Jahre in Finnland

Hallo zusammen,

nun bin ich schon seit mehr als zwei Jahren in Finnland. Alles hat sich irgendwie eingespielt. Castor fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat. Nach dem Abernten der Felder, kann man mit einiger Vorsicht auch dadrauf spazieren gehen mit ihm. Die Vorsicht ist geboten, da hier auch viel gejagt wird. Mit den immer kürzeren Abständen zwischen Sonnenauf- und -untergang ist da reflektierende Schutzkleidung recht angebracht.
Mein Geburtstags dieses Jahr waren einige Runden auf sandiger Rennstrecke mit einem 2,5 Liter BMW mit Heckantrieb. Etwas rasanter als der Mähdrescher letztes Jahr.
Auch das Motorrad kam gerade in letzter Zeit etwas mehr zum Einsatz. Mit etwas suchen findet man schöne Nebenstrecken mit Ausblick auf Seen und sogar mit Kurven. Die Qualität des Belags ist trotz Spikenutzung im Winter recht gut.
Die Zeit mit Tageslicht wird nun auch hier wieder kürzer, besonders wenn man sich im Sommer recht schnell an recht helle Nächte gewöhnt.
Mein Auto ist nach dem Elchunfall wieder gerichtet. Auch wenn die Farbe der gebrauchten Tür nicht ganz paßt, bin ich recht zufrieden mit der Arbeit. Die andere Farbe gibt dem Auto einzigartigen Charakter.
Mehr weiß ich gerade nicht zu Berichten.

Grüße aus dem Norden

Mittwoch, 16. Juli 2014

Achtung, Elch von rechts

Hallo zusammen,

heute morgen hat es mich erwischt: mir ist ein Elch ins Auto gerannt. Ich hatte soweit glück, daß ich auf der freien Straße versucht hab, den Elch zu umfahren, der sich dann allerdings doch entschlossen hat in richtung der Gefahr zu flüchten und mir erst af die A-Säule gerannt ist, und dann in meiner hinteren rechten Tür eingeschlagen ist. Schon als ich das Auto am Straßenrand geparkt hatte, war der Elch auf und davon.

Was danach kam hat mich doch sehr positiv beeindruckt. Es haben in 20 Minuten, trotz nur leichter Schäden am Auto und ich, zwar etwas wacklig auf den Beinen aber unverletzt, etwa 20 Leute angehalten und gefragt, ob ich Hilfe brauche, bzw. ob alles in Ordnung sei. In der Notrufzentrale arbeiten gut Englisch sprechende Dispatcher. Feuerwehr und Rettungsdienst waren trotz der allgemeinen Knappheit in einem Land mit nur etwa der doppelten Bevölkerung von Berlin auf eine Fläche von Deutschland, innerhalb von 25 Minuten da und haben sich sehr unkompliziert um mich und mein Auto gekümmert. Die Polizei kam etwa 10 Minuten später, hat sich meine Personenkennziffer aufgeschrieben und die Jäger verständigt. Niemand wollte meinen Führerschein und meine Fahrzeugpapiere sehen sondern es ging um mein Wohlbefinden und um die Sicherheit an der Unfallstelle. Nach etwa 40 - 45 Minuten konnte ich weiterfahren.

Wenn man Finnen erzählt, daß man in Deutschland teilweise eine Rechnung von der Polizei bekommt, wenn man sie bei Bagatellunfällen zur Unfallaufnahme ruft, stößt man nur auf Unverständnis, man bezahlt doch schließlich Steuern.

Das Fazit des Tages: Eine kaputte rechte hintere Tür und einen kaputten rechten Spiegel, einen sehr angenehmen Eindruck der Hilfskräfte in Finnland und sehr hilfsbereite Finnen.

Kiitos kaikkistä!

Jens